machina ex: theatrale point'n'click adventures in lebensechter graphik

Köpper vom Dreier

dsc_0106Das Dockville-Kunstcamp war unser Drei-Meter-Turm in die Sommerpause. Da haben wir nochmal schön einen alten Laborraum ohne technische Infrastruktur at all fit und bespielbar gemacht und allerhand nützliche Dinge für kommende Abenteuer ausgebaut (riesige Zahlen-Anzeigen, Schilder, Schutzbrillenhalter, Apparate, die wir noch nicht verstehen). Haben nochmal schön ein paar Tage dort dem Professor die Handschellen und den Bomben-Gürtel angelegt und es dem Publikum überlassen, ihn zu retten.
Wir haben wichtige Erfahrungen mit Red Bull Flatrate-Trinken und Fladenbrot mit Gemüse Flatrate-Essen gemacht und es nie weit ins Bett gehabt, denn unser Gemeinschafts-Schlafraum war nur eine Etage tiefer.
Ein bisschen wie Home-office: Sich hoch ins Labor setzen und irgendwas basteln, wenn man nicht mehr schlafen kann (oder man seinen Schlafsack vergessen hat und es zu kalt ist zum Schlafen).
Und ein bisschen wie Jugendherberge: Morgens eine Runde durch den Schlafsaal drehen und Fotos von den Schlafenden machen. Irgendwie unangenehm geweckt werden. Kollektiv aufwachen und sehen, wie alle so nach dem Aufwachen aussehen.
Ein bisschen wie Camping auch: Am Lagerfeuer sitzen und über die Heteronormativität sprechen. Die Zahnbürste vorsorglich mit zum Feuer (oder zum Rave, direkt daneben) nehmen, weil der Waschraum auf dem Weg zum Zelt liegt.
Wie immer hatten wir joy und fun, nur leider diesmal keine seasons in the sun. Dabei wäre das sowohl für uns, als auch für das Festival, kacke, für wahrscheinlich jeden anderen in diesem Land auch, so wünschenswert gewesen, sollte es doch der Auftakt zur SOMMERpause werden. Dennoch: Auch wenn das Wort weiterhin nicht halten sollte, was es verspricht, haben wir “sommerfest” gemacht und einen neuner-Pack neue Nerd-Brillen und für jeden ein Exemplar “Erwachsenwerden leicht gemacht” bestellt und unseren GbR-Vertrag durchgearbeitet, um im Herbst endlich eine schicke, anständige Körperschaft zu sein. Aber bis dahin werden wir jetzt erstmal schön vor dem Fernseher gammeln, hart chillen, einfach garnichts machen, zocken, bis die Augen brennen, Diplomarbeiten schreiben, jobben, verreisen, bzw. ein Teil von uns wird sich bereits in zwei Wochen für einige Zeit im Kunstverein in Hannover verschanzen, um eine spielbare Installation zu entwickeln. Also: Köpper!